Geschichte Istriens auf Landkarten

 Anhand der Karten kann die wechselvolle Geschichte Istriens auf einfachste und nachvollziehbare Weise
dargestellt werden, insbesondere die jeweilige kulturelle oder politische Zugehörigkeit,
etwa zum padanischen Kreis, zur Castellieri-Kultur, zur italienischen Region Roms, zu Byzanz
und zum Deutschen Reich, zur Mark Verona und Aquileja, zu Venedig, zu Italien, zu Österreich, wieder zu Italien,
dann zu Jugoslawien und schließlich in der heutigen Zeit, dreigeteilt zu Italien, Slowenien und Kroatien.

Die nördliche Ostküste der Halbinsel gehört zu Liburnien.
Darauf wird nicht immer im Einzelnen eingegangen.

16.-13. Jahrh. v. Chr.
Bronzezeit 

 

 

 

 

Istrien ist Teil der Kultur des padanischen Kreises in Norditalien


Gesamteuropäische Karte

 

13. - 1. Jahrh. v.Chr.
Castellieri Kultur

 

Die Castellieri Kultur herrscht in Norditalien von Ligurien bis Istrien.
Istrien wird an der Westküste von den Veneti bewohnt dort auch Histri genannt.

An der Ostküste der istrischen Halbinsel herrschen die Liburni wie
auch an der Ostküste der Marche südlich von Ancona.


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200 n. Chr.
'Venetia et Histria'
X. römische Region

 

 

Istrien und Venetien werden zusammen die X. römische Region
'Ventia et Histria' genannt und sind Teil Norditaliens der sog. 'Gallia Cisalpina'.


Vergrößerte Karte (Gallia Cisalpina)

Istrien (Histria) gehört mit Venetien (Venetia) zu den römischen zehn Regionen die zusammen Italiae bilden. Im Norden und Osten grenzt an Istrien die römische Provinz Noricum (einschließlich Liburnia, der Nord- Ostküste der Halbinsel), im Süden über das Meer die Provinz Dalmatia.

- Römische Städtegründungen in Istrien: Pola, Parentium, Ningum,   Pinguentium, Caprea, Tergeste.

- Römische Villenkultur entlang der Küste insbesondere bei Pola,   Brioni  und Parentium.

 

700 n. Chr.
Byzanz:
Venedig und Deutsches Reich

 

 


Nach der Teilung des römischen Reiches in ein west- und ein oströmisches Reich fällt "Ventia et Histria" zusammen mit Süditalien und der Provinz Dalmatien zum oströmischen Teil, dessen Hauptstadt Byzanz ist (später Konstantinopel, heute Istanbul). Daher der Name byzantinisches Reich. Der Nordosten Istriens fällt an das Deutsche Reich. Die Küste Istriens bleibt eine Einheit mit Venedig während der Nordosten an das deutsche Reich fällt.

- Bau der prächtigen byzantinischen Basilika in Parenzo.

 

um 1000
Markgrafschaft Verona

 


Venetien, die Mark Istrien und die Mark Friaul bilden zusammen die Markgrafschaft Verona. Im Norden schließen sich die Mark Kärnten und die Mark Krain an, die zum Deutschen Reich gehören. Im Westen grenzt das Königreich Italien an. Im Osten schließt sich das von Byzanz neugegründete Königreich Kroatien an, das schließlich zum Königreich Ungarn gehört.


Vergrößerte Karte zur Zeit der Hohenstaufen

 

um 1200 - 1797
Republik Venedig, Mark Verona Aquileja
und Österreich

 

 

West-Istrien gehörte zu der nunmehr von Byzanz unabhängigen Republik Venedig während Nord-Ost-Istrien und Liburnia zu der Mark Verona und Aquileja gehörte.
Im Norden schließt das Deutsche Reich an, im Osten Ungarn. Ost-Istrien kam später zu Österreich und wurde als "Histerreich" der Mark Krain angeschlossen.


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um 1700
Republik Venedig
Deutsches Reich

 

 




Istrien bildete über Jahrhunderte hinweg eine Einheit mit der Republik Venedig. Ein kleiner östlicher Teil jedoch gehört einige Zeit zu Österreich und damit zusammen mit Liburnia zum südlichsten Zipfel des deutschen Reiches römischer Nation, dessen Zugang zum Mittelmeer sich hier befand (Hafenstadt Fiume - Rijeka - St. Veit am Pflaum).

 

1798-1804
Kaiserreich Österreich

 

 
 

Nach dem Zusammenbruch der Republik Venedig in Folge des Sieges der napoleonischen Truppen wurden Venetien und Istrien von Österreich besetzt.

 

1805 - 1807
Königreich Italien

 

 

 

Istrien und Venetien kamen zusammen mit Liburnien und Dalmatien zum Königreich Italien. Ein kleiner Landstrich in der Mitte der Halbinsel um die Stadt Pisino- Pazin - Mitterburg einschließlich ein nördlicher Teil Liburniens verblieb bei Österreich.


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1808 - 1918
Kaiserreich Österreich

'Küstenland'

 


Istrien fiel wieder an das Kaiserreich Österreich und bildete zusammen mit Friaul und Triest das österreichische 'Küstenland'.
Istrien unterstand direkt der Hauptstadt Wien.
Pola wurde der Hauptkriegshafen und Triest der Haupthandelshafen Österreichs.



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1919-1947
Königreich Italien

 

 

Nach dem Zusammenbruch des Kaisertums Österreich-Ungarn im ersten Weltkrieg kehrte Istrien zurück an das Königreich Italien.
Im Osten grenzt das neugegründete Königreich Jugoslawien an.

 

1943-1954

Dritte Reich

Besatzungszonen

Ethnische Säuberungen

Exodus



 

 

 

Von 1943-1944 wurde Istrien zusammen mit Triest als 'Adriatisches Küstenland' dem Dritten Reich angegliedert (Vorbild war das österreichische Küstenland). Partisanen Jugoslawiens trieben ihr Unwesen und terrorisierten die Bevölkerung. Nach dem Sieg der Alliierten über Italien und dem Dritten Reich wurden 1944 Triest und Istrien im Norden einschließlich der Hafenstadt Pola im Süden von den Alliierten besetzt. Der südliche Teil wurde von Jugoslawien mit Unterstützung der Sowjetunion besetzt. 1947 fiel die Stadt Pola an die jugoslawisch besetzte Zone. Die 'adriatische Frage', gemeint ist Istrien, bleibt ungelöst von 1947 bis 1954.

Fast die gesamte Bevölkerung floh in einem in der Geschichte Istriens einmaligen biblischen Exodus zu hunderttausenden aus dem Süden in den Norden und nach Italien infolge ethnischer Säuberungen seitens Jugoslawiens. Bis zum Fall der Mauer in Berlin und dem Zusammenbruch der Sowjetunion waren diese Massenvertreibungen ein Tabuthema, damit Jugoslawien dem Westen nicht den Rücken kehrt.


 

1954 -1991
Republik Italien,
Republik Jugoslawien

 


 
 

Die südliche Besatzungszone und der größte Teil der nördlichen Besatzungszone fielen auf Druck der Sowjetunion an die Sozialistische Republik Jugoslawien. Nur ein kleiner nördlicher Zipfel kam zusammen mit der Stadt Triest zurück an Italien. Zum ersten Mal in der Geschichte fiel Istrien an den Nachbarn im Osten und wurde von einem slawischen Staat regiert. Erst 1977 mit dem Vertrag von Osimo wurde Istrien endgültig de jure Jugoslawien zugesprochen.

 

seit 1991

Aufteilung Istriens:
Republik Italien, Republik Slowenien, Republik Kroatien

 

 

 

 

Mit dem Zusammenbruch Jugoslawiens erhielt der neugegründte Staat Kroatien den größten südlichen Teil Istriens. Der ebenfalls neugegründetet Staat Slowenien erhielt im Norden Istriens einen Korridor zum Meer. Der nördlichste Zipfel Istriens verblieb bei Italien.

Während sich Deutschland und Berlin vereinigten blieb Istrien bis heute dreigeteilt aufgrund der Folgen des zweiten Weltkriegs, des kalten Kriegs der fünfziger Jahre und des Zusammenbruchs des Sozialismus und in Folge dessen der Jugoslawiens. Istriens Bevölkerung leidet heute sowohl wirtschaftlich als auch kulturell unter der Zerrissenheit und den Ansprüchen und Grenzziehungen der drei Nationalstaaten.

Von der Europäischen Union ist Istrien allerdings staatenübergreifend als eine einheitliche offizielle 'Europäische Region' anerkannt. Hier liegt denn auch die Zukunft Istriens.

 Karte Istriens heute

 

 

 

 

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