Sprachen Istriens

Da Istrien zur Zeit (seit 1991) von drei Nationalstaaten regiert wird, Italien und Slovenien im Norden, Kroatien in Mittel- und Südistrien, werden offiziell drei Sprachen gesprochen:

Im italienischen Teil Istriens sind Italienisch und Slovenisch offizielle Amtssprachen, im slovenischen Teil ebenso und im kroatischen Teil Istriens sind Kroatisch und Italienisch die Amtssprachen. Die Teilgebiete sind jeweils bilingual, Gesamtistrien trilingual.



Zweisprachige Verkehrsschilder in Istrien
ein Dorf bei Motovun - Montona.
Europäische Projekt: La strada del vino - Die Weinstraße

Daneben werden in einigen Gegenden weitere Sprachen von der dort ansässigen Bevölkerung gesprochen: In der Cicciaria, dem Hochplateau an der nordöstlichen Grenze von Istrien bis hinab nach Labin-Albona sprechen die Einwohner Rumänisch, in Pola spricht die österreichische Minderheit Deutsch und in einigen Gegenden wird Albanisch gesprochen von Einwanderern aus dem Kosovo aus der jugoslawischen Regierungszeit.

Natürlich ergeben sich daraus jede Menge politische Auseinandersetzungen, Polemik und Animositäten gegenüber Minderheitensprachen, insbesondere von den gerade erst aus dem Nationalrausch erwachten neuen Staaten Slowenien und Kroatien, die sich an die noch ungewohnten demokratischen Basics der EU nur langsam anpassen. Auch ist die Idee der 'Bürger-' oder 'Zivilgesellschaft' noch unbekannt und der nationalistische Druck durch die Behörden auf die Dorfbevölkerung ist immens.

Typisch istrianisch oder besser gesagt authentisch für die Region ist keine der drei offiziellen Sprachen. Sie wurden mehr oder weniger von 'oben' durch die Regierung und das Schulsystem eingeführt und in den 'drei Istrien', die durch willkürliche Grenzziehungen der jüngeren Geschichte erschaffen wurden, durchgesetzt.

Die von der ethnisch gemischten istrianischen Bevölkerung typisch gesprochenen Sprachen sind das Venezianisch, das Istrioto und das Istro-rumänisch (arumänisch, morlakkisch = walachisch), die wiederum Kategorien bzw. Mischungen der italienischen Dialekte sind (venezianisch, friaulisch, alpenromanisch, dalmato-romanisch, veglioto). Daneben werden in Istrien slawischen Dialekte (cakavisch und kajkavisch) gesprochen, die mit venezianische und alpenromanisch gemischt sind, das von der eigenen Bevölkerung Ponas genannt wird. Woher kommt das?

 

Alpenromanen, Langobarden und Venezianer

In gesamt Istrien und Friaul wurden ursprünglich alpenromanische oder ladinische Dialekte gesprochen (siehe Karte1 und Zitat 3 und 12 weiter unten). Fälschlicherweise taucht seit der jugoslawischen Besatzung 1945 die Propaganda in vielen Istrien-Beschreibungen auf, die Kroaten hätten Istrien im  6. Jarhundert besiedelt. Damit wurde damals ein Argument geschaffen, die Annektion Istriens nach dem zweiten Weltkrieg voranzutreiben und ethnisch zu begünden, da es sonst keine Begründungen gab, denn Istrien ist eigentlich eine antike italienische Region ebenso wie der Veneto (Ventia et Histria, X Region Italiens). Die Ostgrenze Italiens bildet der Fluss Arsia (Rasa) (siehe Dante Alighieri). Westlich des Flusses befindet sich Istrien, östlich Liburnien. Istrien war nicht von Slawen sondern von den Istriern besiedelt, die wie die Friauler Alpenromanen waren. Ein typischer alter alpenromanisch-ladinischer Familienname ist z.B. 'Antonaz', der Geburtsname der Schauspielerin Laura Antonelli aus Pola, dessen Vater aus Pazin/Pisino/Mitterburg stammte. Die Slawen (Kroaten oder Slowenen) siedelten nachweislich nicht in Istrien sondern nur östlich der Cicciaria und in Liburnien und zwar ab dem 10. Jahrhundert (siehe Karte 1 und Zitat 4), auch dort vermischten sie sich natürlich mit der einheimischen Bevölkerung der Liburner, die auch in den Marken in Italien zu Hause sind. Nachgeweisen ist, dass die deutschen Langobarden (aus der Gegend bei Hamburg, 'Elbgermanen') im Norden Istriens siedelten (siehe Karte 1 und Zitat 10). Noch heute findet man langobardische Ortsnamen im Inneren Istriens wie der Ort 'Grimalda' (von dem langobardischen Namen 'Grimoaldo') oder den Ort 'Racizze' (von dem langobardischen Namen 'Ratchis'), beide im Norden bei Pinguente/Buzet. In diesen Dörfern sieht man einige Menschen mit hellblonden Haaren und nordischen Gesichtern, die ebensogut aus Schweden stammen könnten.

Dies wird in der heutigen kroatischen Geschichtsschreibung anders dargestellt. Dort heisst es, die Langobarden hätten das angeblich seit dem 6. Jahrhundert slawisch besiedelte Istrien überfallen, ausgeplündert und wären weitergezogen. Beide Angaben stimmen nicht, weder war Istrien slawisch besiedelt noch sind die Langobarden plündert durch Istrien gezogen sondern sie haben sich dort ebenso wie im Friaul bei den Alpenromanen niedergelassen und das Langobardische Königreich gegründet, das erst unter Karl dem Großen aufgelöst wurde (Siehe Karte 1 und Zitat 10 weiter unten).


Karte 1: Romanen, Germanen und Slawen im Alpenraum, 8. Jahrhundert

                Blau: Italiener
                Violett: Alpenromanen
                Schrafiert: Langobarden
                Grün: Slawen, weitester Vorstoß nach Westen
                (Quelle, DTV Geschichtsatlas)
                 

Nach den Langobarden kamen vermehrt Venezianer in die Region. Durch die Entstehung der Republik Venedig setzte sich an der Küstenregion die venezianische Sprache durch, ebenso in den antiken Städten und deren Einzugsgebieten im Inneren Istriens wie Montona, Draguccio, Pinguente, Pisino, Canfanaro, Sanvincenti und im liburnischen Albona.

Slawische und rumänische Ansiedlungen durch die Republik Venedig

In den kleineren Dörfern und Weilern im östlichen Teil Istriens und teilweise in und um Pazin/Pisino/Mitterburg wurde eine Mischung aus den slawisch-morlakischen Dialekten, dem venezianischen und dem friaulischen gesprochen, von der Bevölkerung 'Ponas' genannt. Es existiert kein einheitliches 'Ponas', daher lässt sich auch kein einheitlicher Begriff für diese Dialektmischungen nennen. Je nach Dorf, nach Stadtnähe, nach Mischung des Familienclans war die Gewichtung mal mehr venezianisch, mal mehr slawisch/rumänisch. Außerhalb Albonas nennen die Bauern ihre Mischsprache z. B. Labinski. Im Dorf Grimalda sprechen die 'grimaldesi' einen venezianisch-slawischen Dialekt gemischt mit uralten alpenromanischen und deutschen Begriffen, selbst der Hauptplatz von Grimalda heisst dort seit Jahrhunderten ganz einfach 'Platz', weder ital. 'Piazza' noch kroat. 'Trg'. Die slawischen Dialekte gehen zurück auf die Einwanderer aus Dalmazien und Bosnien (hauptsächlich nomadisierende Morlaken [Maurowalachen oder vlachi-mori = slawisierte Rumänen, Istrorumänen], (siehe Zitate 4-7 weiter unten und Alberi, 'Istria') ) und Montenegro (im Dorf Peroi), die im 15. und 17. Jahrhundert vor dem osmanischen Reich nach Dalmazien geflohen waren und in der Republik Venedig Asyl gefunden hatten. Von Venedig wurden diese Flüchtlinge dann in einigen Dörfern im Hinterland Istriens, in der Cicciaria und in Liburnien angesiedelt, die durch die Pest z.T. entvölkert waren (jede Ansiedlung wurde genauestens von der venezianischen Verwaltung dokumentiert. Diese Dokumente befinden sich noch heute in den venezianischen Staatsarchiven und können eingesehen werden (siehe Alberi 'Istria')). Diese Ansiedlungspolitik ging nicht ohne grosse Widerstände der einheimischen, romanischen und venezianischen Bevölkerung von statten. Im Laufe der nachfolgenden Jahrhunderte haben sich die Ethnien und deren Sprachen assymiliert und vermischt. Ein berühmter Halb-Morlake ist der Reformator Matthias Flacius (Flacius = Vlacich) aus dem liburnischen Albona, dessen Mutter Giacobea allerdings Italienerin aus dem albonensischen Patriziergeschlecht der 'Luciani' ist. Er selber bezeichnete sich auch als Venezianer und nannte sich 'Matheus de Franciscis'. Überall in Istrien findet man heute noch den walachischen Dorfnamen 'Katuni' oder 'Cattun'. Die slawischen Dialekteinflüsse des 17. Jahrhunderts sind über Jahrhunderte unverändert geblieben, da diese Flüchtlinge in der Republik Venedig isoliert waren und keinen Bezug zu den slawischen Sprachentwicklungen in Kroatien oder Serbien hatten.

Österreichische Sprach- und Bevölkerungspolitik: Teile und herrsche!

Erst mit der Einführung kroatischer Schulen unter österreichischer Herrschaft Ende des 19. Jahrhunderts wurde versucht eine reine kroatische Sprache in Istrien einzuführen, hauptsächlich um die gemischte Bevölkerung im Inneren Istriens zu kroatisieren, insbesondere die Morlaken, und sich politisch als pro-österreichische "Kroaten" gefügig zu machen (Österreich hatte sich schon der Kroaten bedient, um gegen Ungarn zu kämpfen und nun gegen Italien). Damit hätte Österreich ein politisches Gegengewicht geschaffen, gegenüber den irredentistischen Istrianern (Italien-Anhängern) an der Küste und in den Städten, die für eine Loslösung von Österreich und Anschluss an Italien waren. Genutzt wurde auch die Macht der Kirche, so haben unter Österreich versandte slawische Pfarrer in den Dörfern Namen slawisiert: aus Bartoli wurde Bartolich (siehe auch Zitat 18), aus Gutenecker wurde Wodnikar, aus Schönberger gar Sumberac.


Grabsteine der uralten istrianische
Familie Walderstein bei Draguccio/Draguc.
Hier kroatisiert als 'Bolterstajn'

Bis 1910 hatte das neue Kaiserreich Österreich die Sprachkarte zu seinem Vorteil verändert und gleichzeitig die Grenzen der Region Istrien nach Osten ausgeweitet: der slowenische Karst und Liburnien wurde Istrien einverleibt, nicht aber das irredentistisch-italienische Triest und Venezia Giulia. Der Grund dafür liegt nahe. In den ohnehin fragwürdigen Statistiken (die Mehrheit der morlakischen Bauern in den Dörfern waren Analphabeten, die sich nicht kümmerten um die Statistiken der Pfarreien) konnte nun eine 'Mehrheit' der 'slawischen/kroatischen' Bevölkerung auf dem Lande nachgeweisen werden. In den 'gebildeten' Städten Istriens war dies nicht möglich. Die Statistiken mussten wohl oder übel eingestehen, das die grosse Mehrheit der Einwohner in den Städten italienisch war, sogar im liburnischen Albona (heute Labin), in Fiume (heute Rijeka) und auf den Inseln Lussino (Losinj), Cherso (Cres) und Veglia (Krk).



Karte 2: Sprachkarte Österreichs um 1910

Nach obiger österreichischer Sprachkarte (Karte 2) herrschte an der dichtbesiedelten Westküste und im Norden nach wie vor das italienische Venezianisch (gelb) vor, im Inneren Istriens im Norden sprach die Bevölkerung auf dem Lande mehrheitlich angeblich 'slowenisch' (gestreift-grün), im wenig besiedelten, gebirgigen Osten, im Karst, in der Cicciaria und in Liburnien mehrheitlich ein angebliches 'kroatisch' (hellgrün) und Istrorumenisch (blau). Auffallend ist an dieser Karte 2, dass unbesiedeltes Gebirge im Karst und in der Cicciaria, die in Karte 1 weiss eingezeichneten Flächen, hier als slowenisch und kroatischsprachig eingetragen sind und damit slowenische und kroatische Bevölkerung suggerieren, wo eigentlich gar keine Bevölkerung vorhanden ist. Auch dieses fragwürdige Vorgehen ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die österreichischen Sprachkarten von Istrien politischen Zwecken diente. Denn tatsächlich war dieses österreichische 'Istrien' in 50 Kommunen aufgeteilt: davon waren offiziell nur 13 slawisch und 37 italienisch verwaltet. Auch stellt sich bis heute die Frage wo die Morlaken geblieben sind, die nomadisierden rumänischen Wanderhirten, die den größten Anteil der Bevölkerung auf dem Lande im Inneren Istriens stellte, seit der o.g. venezianischen Ansiedlungspolitik.

Bevölkerung nach Sprachen 1921 (grober Überblick)

Die Statistik ist nach der Frage der Muttersprache ausgeführt worden und folgert daraus eine zweifelhafte ethnische Zugehörigkeit, die von den Istrianern selbst ganz anders gesehen wurde.


Küste Istriens

Ort    1921

Italiener

Slawen

sonstige*

total

Capodistria

10.556

1.419

97

12.072

Isola d'Istria

6.110

2.340

7

8.457

Pirano

13.332

764

62

14.158

Umago

6.335

1

6

6.342

Cittanova

2.216

-

5

2.221

Parenzo

9.309

2.932

11

12.252

Orsera

2.293

2.878

-

5.171

Rovigno

9.482

499

41

10.022

Valle

2.148

447

2

2.597

Dignano

5.945

4.573

18

10.536

Pola

41.125

5.420

2.778

49.323

Hinterland Istriens

Ort    1921

Italiener

Slawen*

sonstige

total

Buie

7.341

14

20

7.375

Canfanaro

3.638

173

-

3.811

Gimino

1.025

4.655

-

5.680

Grisignana

3.586

406

-

3.992

Monte di Capodistria

2.343

2.049

5

4.397

Montona

1.955

4.366

-

6.321

Pinguente

4.160

12.185

16

16.361

Pisino

8.611

9.175

205

18.091

Portole

2.825

2.819

3

5.647

Rozzo

417

2.981

1

3.399

Sanvincenti

2.566

539

 

3.105

Verteneglio

2.764

60

1

2.825

Visignano

3.580

1.428

1

5.009

Visinada

4.121

288

-

4.409

Antignana

352

3.866

-

4.218 

* Im Hinterland meist slawisierte Morlaken

Quarnero Inseln

Quarnero/Kvarner Inseln 1921

Italiener

Slawen

sonstige*

total

Cherso

4.266

3.435

80

7.781

Ossero

2.049

345

2

2.396

Lussingrande

1.227

694

143

2.064

Lussinpiccolo

6.435

372

224

7.031

Liburnien

Ort    1921

Italiener

Slawen

sonstige*

total

Albona und Arsa

7.737

6.405

55

14.197

Fianona

1.190

3.266

959

5.415

Laurana

1.634

1.866

148

3.648

Mattuglie

234

8.404

139

8.777

Volosca Abbazia

2.786

3.607

1.561

7.954

Matteria

23

5.058

23

5.104

Valsana Marina (Moschiena)

3.013

16

31

3.060

Karst

Ort    1921

Italiener

Slawen

sonstige

total

Castelnuovo

177

7.046

36

7.259

Villa del Nevoso

4

4.451

93

4.548

Villa Slavina

162

1.702

42

1.906

Aidussina

176

7.288

90

7.554

Divaccia - S.Canziano

131

2.783

13

2.927

Elsane

28

4.083

16

4.127

Erpelle Cosina

45

2.509

7

2.399

* 'Sonstige' sind zumeist Deutsche in Pola, Abbazia und Lussinpiccolo. Es  bleibt ungeklärt wo die Morlaken der länlichen Regionen Istriens  und die Istrorumänen  aus der Gegend des   Flusses  Arsa zugeordnet wurden.
 

 

Sprachpolitik des faschistischen Italiens und des komunistischen Jugoslawiens

Die österreichische Sprachpolitik wurde nach dem ersten Weltkrieg unter italienischer Herrschaft von den Mussolini-Faschisten rückgängig gemacht, die durch Schliessung der kroatischen und deutschen Schulen versuchten im Inneren Istriens die reine italienische Sprache einzuführen und die slawischen oder slawisierten Namen wiederum italianisierten. So wurde aus Bartolich wieder Bartoli und aus dem Schönberger Sumberac jetzt Sumberga. Immerhin hat Italien den Istro-Rumänen seinerzeit eine eigene Schule in deren Sprache gefördert. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden unter jugoslawischer Herrschaft die italienischen Schulen wieder geschlossen, die Sprache wurde unter der Tito-Diktatur offiziell verboten und nur noch im privaten Bereich gesprochen. Alle Personen- und jetzt auch die Städtenamen wurden per Dekret von 1945 slawisiert. Selbst Österreich hatte die historischen Städtenamen nicht geändert. Nach den ethnischen Säuberungen durch kroatische Tito-Partisanen im zweiten Weltkrieg (sog. Infoibamenti 1943, siehe Zitat 14 a) und in den Jahren danach bis 1954, als Südistrien entgültig unter jugoslawischen Herrschaft kam, hat die italienische Bevölkerung gelitten. Selbst der nicht gerade zimperliche Winston Churchill, der Tito militärisch unterstützte, schrieb an Stalin fassungslos einen Beschwerdebrief über die Grausamkeiten in Istrien (sieh Zitat 14 b). Über 200.000 Istrianer italienischer Sprache haben den jugoslawischen Teil auf Grund des Terrors verlassen, rund 45.000 sind bis heute dort geblieben (bei der Volkszählung 1991 zur Unabhängigkeit Kroatiens waren rd. 100.000 Italiener verzeichnet) und bilden nun die italienischen Minderheiten in Kroatien und Slowenien (siehe Zitat 15). Die grösste zusammenhängende Gruppe der Flüchtlinge und deren Nachkommen, rd. 60.000, lebt heute im nahen Triest und Umgebung. Der 10. Februar ist heute in Italien ein nationaler Gedenktag zur Erinnerung an den Exodus und die ethnischen Säuberungen in Istrien.

Sprachen heute

Die Sprachvielfalt in Istrien wurde zum Politikum und ist es heute noch. Unter Kroatien und Slowenien gibt es auf Verlangen der Bevölkerung wieder einige italienische Schulen und Kindergärten. Auf den Ämtern und vor Gericht darf offiziell wieder italienisch gesprochen werden, denn es ist die zweite Amtssprache. Auch ist italienisch ein Pflichtfach in kroatischen Schulen Istriens. In den Neuauflagen deutschsprachiger Touristenführer wie Marco Polo oder ADAC haben diese Sprachentwicklungn noch keinen Eingang gefunden. Dass Istrien offiziell ebenso bilingual ist wie Südtirol/Alto Adige wurde in den Billig-Heftchen bisher völlig ignoriert. Das ist ein klarer Verstoß gegen die von der EU fesgesetzten Minderheitensprachen-Rechte. Die istrische Sprache Istrioto wird nicht einmal erwähnt. Anders in Veröffentlichungen über Südtirol oder über das Friaul. Veröffentlichungen über Südtirol sind zuemist korrekt zweisprachig. In Veröffentlichungen über das Friaul wird die alpenromanische Sprache 'Furlan' stets erwähnt. Dank der Bemühungen von Pier Paolo Pasolini hat sie inzwischen internationale Anerkennung gefunden hat (s. Zitat 12). Obwohl in Istrien selbst die italienische Trikolore an allen öffentlichen Gebäuden weht, gleichberechtigt neben der kroatische Flagge, weigern sich die bundesdeutschen Verlage dies anzuerkennen. Manchmal wird in Istrien die Trikolore wegen der kroatischen Behörden versteckt gezeigt, wie bei den dreifarbigen Windrädern in Montona.


Die Trikolore (rechts) neben der kroatischen Flagge (mitte)
und der Flagge der Stadt Pola-Pula (links)
am Rathaus von Pola



Die Trikolore-Farben rot-weiß-grün verteckt als  Windräder in
einem Cafe in Montona - Motovun

Schaut man sich den gesamten Sprachzyklus eines älteren Istrianers während seines Lebens an, so beginnt dieser in der Kindheit mit der deutschen Amtssprache unter Österreich, der italienischen Amtssprache in der Jugend unter Italien, der serbo-kroatischen Amtssprache in den reiferen Jahren unter Jugoslawien und der kroatischen, slowenischen und italienischen Amtssprache als Pensionär im dreigeteilten Istrien. Dieser Istrianer hat sein Dorf selten verlassen und dort spricht er mit seinen Nachbarn mal venezianisch, mal ponas, mal istrioto und mal istro-rumeno, jeweils mit immer neuen Einflüssen, die sich aus den jeweiligen Amtssprachen ergeben hatten.
Noch heute sind die Stadtnamen nicht eindeutig. Auf deutsch heißt die Stadt 'Pula' (in Deutschland) auch 'Pola' (in Österreich), wie auf einer neuangebrachte Marmorplakette aus den neunziger Jahre zu lesen ist.


Der Marinefriedhof in der Stadt Pola

 
Dreisprachige Plakette am Marinefriedhof der Stadt Pola - Pula

Neben all den historischen und politischen Einflüssen auf die Sprachentwicklung, ist eine sprachliche Besonderheit hervorzuben: das Istrioto, die älteste istrische Sprache, ursprünglich in ganz Istrien verbreitet, wird noch heute von der Bevölkerung im südlichen Teil zwischen Rovigno-Rovinj und Pola gesprochen. Sie ist die einzige Sprache, die direkt auf das Vulgärlatein zurückzuführen ist, wie es von der römischen Bevölkerung vor 2000 Jahren gesprochen wurde.
 

Istrioto
 

Damit hat Istrien seit 2000 Jahren hat eine eigenständige Sprache. Das Istrioto wird in den Städten Rovigno - Rovinj, Valle - Bale, Dignano - Vodnjan, Gallesana - Galezana, Fasana, Valbandon, Sissano und teilweise in Pola und den umliegenden Gegenden, Weilern und Gehöften gesprochen.


Oun fià de boùmbaro

 
Cumo sbrudèigà anca sùlo dùi rèighe 
par sto paìs ch'a zì cussèi spesial 
insèina truvàghe fòra 
quil scalèin ch'a zi caiòu 
al porton ch'a zi sparèi 
de vate me la pisca. 
E la yerba se inscourèisso 
- la peiòva la là fà crìssi - 
a no tùrna cònto favelà de ièri. 
                                            
(Loredana Bogliun, Poesie in Istrioto aus  Dignano)

 


Fasana - Fazana
links: Kapelle mit typisch istrianischer Loggia,
rechts: Mole am Hafen von der man zu den Brioni-Inseln übersetzt



Dignano - Vodnjan
Rathaus, Zentrum des Istrioto


Rovigno - Rovinj

 

El ruvigniz
 

 I dèizi ca sta lengua la zì masa ruosche
 Ca nu la zì gnanca talian, ca zì struguoto.

 I nu sà sti rave, ca stu gialìto zì stanpà
 Int'el giamanto griezo da Ruma.

 Ch'el tenpo uò fusconà ma nuò zgurbà del dòuto 
 E cu lu sento favalà par mèi a zì mòuzica.
                                                                 (Gianclaudio de Angelini, Poesie in Istrioto aus  Rovigno) 

 

Forschungen zum Istrioto gibt es inzwischen weltweit, hervorzuheben sind die Forschungen von Gianclaudio de Angelini aus Rovigno - Rovinj (forscht heute in Rom  und stellte das erste Lexikon Istrioto-Italienisch zusammen) und Robert Blagoni aus Pola.
Über die Grenzen hinaus bekannte Poeten des Istrioto sind seit Jahrzehnten Loredana Bogliun (ehemals Vize-Präsidentin der kroatischen Teilregion Istriens), Lidia Delton aus Dignano - Vodnjan und Ligio Zanini aus Rovigno - Rovinj.

Mehr zu Istrioto findet Ihr hier:

Istrioto - Il linguaggio del Istria meridionale (Istrioto - Die Sprache in Südistrien) von Gianclaudio de Angelini

Poesie in istrioto von Gianclaudio de Angelini

Textbeispiele (1) des Istrioto

Textbeispiele (2) des Istrioto

Poesie in Istrioto von Loredana Bogliun

 

 

Sprachkarte Istriens

Der dunkel schattierte Bereich im Südwesten bezeichnet die Gegend, in der heute noch Istrioto gesprochen wird. Die Amstsprachen italienisch, slowenisch und kroatisch sind nicht berücksichtigt, da sie definitionsgemäß in den jeweiligen Ländern überall gesprochen werden und somit nicht typisch für Istrien sind. Interessant sind hier nur: Istro-venezianisch, Istrioto, verschiedene nicht definierbare slawisch-italienische Mischdialekte (Ponas), und Istro-Rumänisch.


Karte 3: Sprachen/Dialekte in Istrien

 NB: Was hier Sprache oder Dialekt genannt wird sei dahingstellt, da es unterschiedliche Definitionen gibt, was wann eine Sprache sei oder Dialekt genannt wird. Auch hängt dies von politischen Opportunitäten der nationalen Sprachinstitute ab. Dieser Text richten sich also nicht an eine sprachwissenschaftliche Theoriediskussion. 'Ponas' sei hier weder Sprache noch Dialekt, weder kroatisch noch italienisch, sondern die von der Bevölkerung 'Ponas' genannten undefinierbaren bisher ungezählten Mischformen, so, wie sie im Inneren und im Osten Istriens gesprochen werden, ebenso in der Cicciaria und in Liburnien und die in keiner bisher bekannten Sprach-oder Dialektdefinition kategorisiert werden können. 'Ponas' benennt eine Abgrenzung von dem Venezianischen oder dem Istrioto.  Daher belassen wir es bei dem Wort 'Ponas', ein Wort, das von der Bevölkerung selbst gewählt wurde.

 

Zitate

  1. Dialekte des Italienischen [Voegelin & Voegelin 1977: 297/298]: a) Zentralitalienisch, aa) Marchigiano, ab) Modern Roman, ac) Nordlatinisch, ad) Umbrisch, b) Norditalienisch, ba) Galloitalisch, baa) Emilianisch, bab) Ligurisch, bac) Genovesisch, bad) Lombardisch, Synonym für -> Milanese, bae) Piemontese, bb) Ticinese, c) Venetisch, ca) Istrisch, cb) Trentinisch, cc) Veneti, d) Süditalienisch, da) Abruzzese, db) Apulisch, dc) Calabrisch, dd) Neapolitanisch-Campanisch, de) Lukanisch, df) Sizilianisch, e) Toskanisch-Korsisch, ea) Korsisch, eb) Florentinisch, ec) Südtoskanisch, ed) Westtoskanisch.
     
  2. Dialekte [Haarmann 1975: 263f]: a) Nord- bzw. Galloitalienisch, aa) Ligurisch, ab) Piemontesisch, ac) Lombardisch, ad) Emilianisch, ae) Romagnolisch, af) Ticinese, ag) Venezianisch, b) Mittelitalienisch, ba) Toskanisch, bb) Marchignano, bc) Umbrisch, bd) Latinisch, be) Korsisch, c) Süditalienisch, ca) Napolitanisch, cb) Abbruzisch, cc) Apulisch, cd) Kalabrisch, ce) Sizilianisch.  

     
  3. Romanen
    Sammelbegriff für verschiedene romanischsprachige ethnische Gruppen.
    -> Alpenromanen -> Ampurdanesen -> Aragonesen -> Aromunen -> Asturier -> Auvergnaten -> Bable -> Balkanromanen -> Bündnerromanen -> Burgalesen -> Cantabrer -> Carlofortino -> Dalmater -> Fascheroten -> Frankoprovenzalen -> Franzosen -> Friauler -> Furlaner -> Galicier -> Genuesen -> Gaumais -> Galloitaliener -> Hugenotten -> Istrorumänen -> Italiener -> Jersey -> Karadjovaliden -> Karagani -> Kastilier -> Katalanen -> Korsen -> Ladiner -> Leonesen -> Levantiner -> Lombarden -> Lothringer -> Lugier -> Luxemburger -> Macedorumänen -> Maurowalachen -> Megleniten -> Moldauer -> Morlaken -> Namurois -> Occitaner -> Peruleros -> Picarden -> Pieds Noirs -> Piemontesen -> Pisaner -> Portugiesen -> Provencalen -> Ragusaner -> Rätoromanen -> Riojanos -> Romagnolen -> Rosellonesen -> Rumänen -> Rumunjevi -> Sabir -> Sarden -> Savoyarden -> Spanier -> Toreser -> Tschitschen -> Veglioten -> Venezianer -> Walachen -> Waldenser -> Wallonen -> Zejanci 
    (Die in Istrien auftauchenden ethnischen Gruppen sind fett gedruckt)

  4. Kroaten
    Siedlungsgebiet, geographische Lokalisierung: ehem. Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien, Österreich, Italien
    Sowohl ethnische Gruppe als auch Bezeichnung für die Staatsbürger Kroatiens.
    Nach Lowmianski kommen die K. vom Gebiet der Weichsel [Vlahovic 1972: 32]. Ende des VIII., Anfang des IX. Jhds. lebten die K. im südlichen Teil Pannoniens [Hynek Bulín 1968: 157]. -> Südslawischer Stamm, der im IX. Jhd. östlich von Solun auftritt. Im X. Jhd. treten die K. in der Küstenregion (Illyrien) und in Pannonien [Vlahovic 1972: 31] auf.
    Bibliographie:
    Hynek Bulín, Brno: Aux origines des formations étatiques des Slaves du moyern Danube au IXe siècle, in: Institut d'Histoire de l'académie polonaise des sciences: L'Europe aux IXe-XIe siècles - Aux origins des Etats nationaux. Warschau 1968: 149-205.
    Krejici, Jaroslav/Velímski, Vítezslav: Ethnic und political nations in Europe, Kapitel 10: Yugoslavia: Federation with Ethno-religious Background. St.Martins Press, New York. 1981: 139-147.
    Stephens, Meic: Kapitel 1: Österreich-The Magyars und the Croats of Burgenland, in Stephens, Meic: Linguistic Minorities in Western Europe. Gomer Press, 1976: 1-19.
    Stephens, Meic: Kapitel 10: Italien-The Greeks, Croats und Albanischs of the Mezzogiorno, in Stephens, Meic: Linguistic Minorities in Western Europe. Gomer Press, 1976: 479-553.
    Vlahovic, Petar: Current theories about the settlement of Slavs in the contemporary Yugoslavian countries und their anthropological confirmation, in: Ethnologia Slavica, IV, 1972: 25-39.

  5. Morlaken (serbokr.: Morlak, it.: Morlacco):
    Sozio-ökonomische Bezeichnung von slawisierten Hirtennomaden die im XV. und XVI. Jhd. von osmanischen ins österreichische Bosnien übergewechselt sind [Dzaja 1984: 45]. Der Namen M. stammt von -> Maurowalachen, womit man die -> Balkanromanen oder -> Aromunen bezeichnete [Pounds 1973: 342]. -> Dalmatiner -> Dalmater [Buschan 1929]
    Bibliographie:
    Diels, Paul: Die slavischen Völker. Otto Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, 1963.  

    Walachen:
    Siedlungsgebiet, geographische Lokalisierung: ehem. Jugoslawien
    Synonym für -> Balkanromanen, -> Aromunen und -> Megleniten. Nicht zu verwechseln mit den -> Wallachen. Sprecher des Walachischen (-> Südacorumäisch -> Standardrumänisch), eines Dialektes des -> Rumänischen. 32 000 in ehem. Jugoslawien [Kraas-Schneider 1989].
    Auch als sozio-ökonomische Bezeichnung von slawisierten Hirtennomaden, die im XV. und XVI. Jhd. von osmanischen ins österreichische Bosnien und von dort nach Istrien übergewechselt sind, benutzt [Dzaja 1984: 45]. -> Aromunen -> Balkanromanen
    Bibliographie:
    Clogg, Richard: The Vlachs of Macedonia: some British perspectives, in:Anglo-Romanian relations after 1821. Anuarul Institutuli de istorie si arheologie 'A. D. Xenopol'. Iasi, Editura Academiei Republicii Socialiste Romania 1983.

    Walchen: "In allen germanischen Sprachen werden die romanisierten Völker Europas als walchen (deutsch: Wälsche) bezeichnet (vgl. Waliser, Walachen, Wallonen und die zahlreichen mit Walchen zusammengesetzten Ortsnamen in Südbayern). Der Name Walchen geht auf die Volken zurück, einen keltischen Stamm, der zu Caesars Zeit am mittleren und oberen Main saß; die benachbarten Germanen machten aus Volken: walchen und übertrugen diesen Namen auf alle Kelten. nach der Romanisierung wurde 'Walchen' auf die romanisierten Völker übertragen" [Mühlmann 1944: 192].

    Walachen -> Waliser -> Wallachen -> Wallonen -> Walser.


    Wallachen, Synonym für -> Lachen -> Yalachen:
    Untergruppe der -> tschechischen Sprachgruppe; nicht zu verwechseln mit den -> Walachen. Bewohner der west. Beskiden, "Nachkommen von rund dreihundert balkanischen Hirten, die etwa am Ende des 14. Jahrhunderts hier angesiedelt wurden; sie nahmen die slawische Sprache an, behielten aber ihre hirtentümliche Lebensformen bei" [Mühlmann 1944: 145].

    Waliser
    (Eigenbezeichung: Cymru; engl.: Welsh):
    Dialekte [Haarmann 1975: 372]: a) Nordwelsh (Powys), b) Südwelsh (Gwent).
    Größte keltische Bevölkerungsgruppe Großbritanniens. Wales (Hauptstadt seit 1956: Cardiff; walis.: Caerdydd) liegt im Westen der Insel an der Irischen See. Zwischen 700 000 und 1 Million der 2,7 Millionen Bewohner von Wales sprechen Cymru (engl.: Welsh; dt.: Walisisch oder Kymrisch), vor allem im Westen und Nordwesten (Ynys Mon, Caernarfon, Meirionnydd Nat Conwy, Ceredigion, Carmarthen). Bedeutende walisische Sprachinseln liegen in Brasilien, den USA und Argentinien (Chubut-Tal). Literatur in walisischer Sprache gibt es schon seit dem VI. Jahrhundert. Das Walisische ist damit älteste heute noch gebräuchliche Schriftsprache Europas. Schon 1536 wurde die Bibel ins Walisische übersetzt, die Zahl der Sprecher ging aber kontinuierlich zurück. Seit dem Zweiten Weltkrieg gibt es verstärkt Tendenzen, das Walisische durch TV- und Radiosendungen und die Anerkennung als mögliche Schulsprache zu stärken. Wales wurde von Agricola dem Römischen Reich einverleibt. Ab 450 drangen Angeln und Sachsen in das Gebiet der keltischen Stämme ein und verdrängten diese ins heutige Wales. Aus dem altgermanischen stammt auch der Name 'Wales', von 'wealh = Fremder'.  

  6.  Ciccieria, -> Cicci, Istrorumänen
    Zitschen: -> Tschitschen:
    Sozio-ökonomische Bezeichnung von slawisierten Hirtennomaden die im XV. und XVI. Jhd. von osmanischen ins österreichische Bosnien übergewechselt sind [Dzaja 1984: 45].
    Buschan [1929: Karte 16/17] führt die T. als Untergruppe der serbokroatischen Sprachgruppe an. An anderer Stelle [1929: 87] nennt er die T. jedoch "slawisierte Rumänen", die in Istrien leben. So steht zu vermuten, daß es sich bei Buschans T. um die slawisierten Nachkommen der -> Veglioten und -> Istrorumänen handelt. Mühlmann [1944: 152] synonymisiert T. sogar mit den Istrorumänen.  
    Dahmen, Wolfgang/Kramer, Johannes: Die Situation der Istrorumänen in Zejane, in: Europa Ethnica 1977/34: 61-63.
    Ursini, Flavia: Istro-Romanisch. Lexicon der Romanistische Linguistik. III. Tübingen 1989. 537--548.
    Wace, A.J.B./Thompson, M.S.: The nomads of the Balkans: an account of life und customs among the Vlachs of northern Pindus. London: Methuen 1914 (rep. 1972). 
    Voegelin & Voegelin, Dialekte des Italienischen 1977: 297/298 
     
  7. Vegliot
    Veglioten:
    Ausgestorben. Der letzte Sprecher des V. starb 1898 auf der Insel Veglia (Krk) [Wartburg 1939: 156].
    "Antonio Udina  ( Tuone Udaina-his real name) was the last speaker of Dalmatian, an extinct Romance language once spoken on the coast of Croatia. According to "Das Dalmatische: altromanische Sprachreste von Veglia bis Ragusa und ihre Stellung in der Apennino-Balkanischen Romania," a book by the Italian linguist Matteo Bartoli, Udina died June 10th, 1898, at around 6:30 p.m. The following is an excerpt from Encyclopedia Britannica:
    "He was the main source of knowledge for his parents' dialect (that of the island of Veglia [modern Krk], though he was hardly an ideal informant; Vegliot Dalmatian was not his native language, and he had learned it only from listening to his parents' private conversations. Moreover, he had not spoken the language for 20 years at the time he acted as an informant, and he was deaf and toothless as well. Most of the other evidence for Dalmatian derives from documents from Zara (modern Zadar) and Ragusa (modern Dubrovnik) dating to the 13th-16th centuries. It is possible that, apart from isolated pockets, the language was then replaced by Croatian and, to a lesser extent, by Venetian (a dialect of Italian). It is certain, even from scanty evidence, that Dalmatian was a language in its own right, noticeably different from other Romance languages."
    -> Balkanromanen -> Dalmater -> Neo-Dalmatisch -> Ragusaner -> Veglioten ->Istrorumänen
    Bibliographie:
    Wartburg, Walter von: Die Entstehung der Romanischen Völker. Max Niemeyer Verlag. Halle/Saale 1939. 


  8. Dalmater
    Ausgestorben. Historische ethnische Gruppe. Die Küsten Dalmatiens wurden romanisiert. Die D. lebten ursprünglich von Mazedonien bis nach Velebit, der Montagna della Murlacca der Venezianer [Pounds 1973: 342]. Nach Constantinus Porphyrogenitus siedelten die Romanen dieser Gegend bis an die Donau. Durch die Einbrüche der Slawen flüchtete die romanische Landbevölkerung in die wenigen befestigten Städte (Zara, Spalato, Ragusa) oder sie wurden ins Hinterland vertrieben, wo sie den ständigen Überfällen des Slawen ausgesetzt waren. In diesen Romanen sieht Pounds [1973: 189] die Vorfahren der -> Balkanromanen und -> Morlaken. -> Neo-Dalmatisch -> Ragusaner -> Veglioten
    Bibliographie:
    Doria, Mario: Dalmatisch. Lexicon der Romanistische Linguistik. III. Tübingen 1989.

     
  9. Ragusaner
    Ausgestorben. Untergruppe der -> Balkanromanen. Bewohner der Republik Ragusa (heute: Dubrovnik). -> Dalmater -> Veglioten

     
  10. Langobarden
    Ausgestorben. Elbgermanen. Historische ethnische Gruppe.
    "Langobarden = Um 400 wanderten Teile des Stammes von der Unterelbe in Richtung Südosten. Seit dem Beginn des 5. Jahrhunderts gewann das Christentum in Form des Arianismus mehr und mehr an Boden. 425 wehrten sie die Hunnen ab; 489 vernichteten sie die Rugier in Noricum. Die Masse des Stammes wanderte nun nach Südosten ab. 526/27 gewannen sie Pannonien und gerieten damit in Konflikt mit dem Gepidenreich. 567 riefen sie die Awaren gegen die Gepiden zu Hilfe. Nach der Zerschlagung des Gepidenreiches verließen sie, einem Abkommen mit den Awaren gemäß, 568 Pannonien und eroberten zusammen mit Sachsen, Gepiden und anderen Volksteilen den größten Teil Italiens. Es gelang ihnen aber nie, Rom einzunehmen. Anfang des 7. Jahrhunderts traten die Langobarden vom Arianismus zur katholischen Kirche über. 773 rief der Papst Karl d. Gr. (768-814) zu Hilfe, weil er den Verlust Roms an die Langobarden fürchtete. Im folgenden Jahr eroberte Karl die Königstadt Pavia und machte der Langobardenherrschaft ein Ende, indem er sich selbst die "eiserne Krone" des Langobardenreiches aufsetzte. Die Kernlandschaft der Langobarden trägt heute noch ihren Namen: Lombardei. Reste der Langobarden in der alten Heimat haben sich den Sachsen angeschlossen. An sie erinnert der Ort Bardowick bei Lüneburg."
    Das L. überlebte in der Lombardei bis ins IX. Jhd. [Pounds 1973: 187; Bónq 1976].
    -> Gepiden

  11. Venezianisch - Sprache oder Dialekt?

    Venezianer:
    Untergruppe der -> Italiener. Ethnisch 4,5 Mill., Muttersprachler 3,3 Mill [Kloss/McConnell 1989]. 2109502 Sprecher des V. (1976) [Grimes 1984: 320], eines Dialektes des venetischen -> Italienischen.
    "Venetan (Vèneto) is a Romance language spoken in North-Eastern Italy (mainly in the province of Veneto), on the adjacent Istrian peninsula (Croatia and Slovenia), and in the state of Rio-do-Sul (Brazil).
    There live about 4,487,560 people in Veneto and half of them currently speaks Venetan (2,109,502 according to 1976 census) while nearly everybody can understand it. Venetan was used on the coasts of todays Slovenia and Croatia during the domination of the Serenìsima Repùblica (fallen in 1797), but people can understand it even today. The emigrants from Veneto in the early 1900s brought the language to Brazil where it became a koine (q.v.) for all Italians there (it is called Talian or Vêneto Brasileiro).
    The ancient population of Veneto seems to have shared some Slavic features but modern Venetan derives from Vulgar Latin which replaced most of the local Italic languages after the  Roman conquest. During the Serenìsima Repùblica Vèneta (Republic of Venice), the Venetian variant of Venetan was the official language and it was well-known around Europe. In this period Venetan was brought to Dalmatia (the litoral of modern Slovenia and Croatia) and was used as a commerce language in the Mediterranean region and evidently it contributed largely to the formation of the Lingua Franca, the famous pidgin spoken along the Mediterranean coasts till 1800.
    The Indovinello Veronese, considered to be one of the first written documents in Italian vulgar languageis, shows some linguistic features typical of Venetan. In the past, a lot of literary works were written in Venetan, though the best known author, the dramatist Carlo Goldoni, wrote it "in an Italian way" (that is with Italian orthography -- for instance he changed diexe ten into diese thus avoiding the old letter x). During the domination of the Habsburgs Venetan was still the language of the navy even if the language of the Government was German.
    According to some opinion polls in Veneto the local language is most widely used (85% and even more in some situations): but the main fact is that it is used in all domains. One of the reasons for this "survival" can be found in the geographical structure of the region, that has no real leading town; most of the towns are under 10,000 inhabitants, and the rest are between 10,000 and 25,000 (apart from the few big towns): it is known that in towns under 30,000 the local language tends to keep its vitality, which increases as the number of inhabitants decreases. Moreover Venetan is the only language in the territory mastered actively by large strata of the population.
    During the post war decades a lot of work was done to italianize Venetan speakers, and some generations were taken to the point of being ashamed of their so called "dialect" (Italian government considers Venetan a "dialect", and not a language to protect). «Parla Italian se no te senbri ignorante!» «Speak Italian or you'll sound ignorant!» has been a common advise from parents to children for a long time and even in schools. As unill the mid 1960s Veneto was a poor region, it was usual in films brodcast on the national Italian TV Venetan to appear to be spoken from men-servants.
    Today there is a new conscience of the necessity of asserting one's cultural background, and so the problem of the local language re-emerges. In some cases it is dealt with as an instrument for refined poetry, at a level which is widely recognized as having nothing to do with provinciality; in other cases, above all on the part of mass media and public organizations, the local language/culture is viewed in a folkloristic perspective. There is a third position, that tends to revive Venetan as a memory of things gone, and adopts an old-fashioned and purist attitude. The renewed interest in Venetan as a written language is creating some problems with spelling and the individuation of a koiné.
    The dynamic situation of the interaction between Venetan, Italian and the particular variety known as "Popular Italian" (spoken by people who have Venetan as their mother tongue and have learnt standard Italian imperfectly), and the fact that the often prophesized death of "dialects" is still far to come, make Venetan of high sociolinguistic interest. Recently more and more Venetans are interested in their language and one can hear children speaking Venetan to their parents (even in medium towns!) but a standard language has not been developed yet and everybody writes "in its own way" and a lot of books are printed using Italian orthography (cf. Ven. mezo vs. It. mezzo mid, middle, Ven. stazion vs. It. stazione station).
    There are some local radios broadcasting in Venetan, but the regional TV still uses only Italian.
    Dante distinguished in the 13th century three varieties of Venetan, while the modern linguists discern up to five different dialects:
     Venetian (spoken in Venice, Mestre and other towns along the coast). It has 24 phonemes:  seven vowels and 17 consonants. The original Latin plosives are softened and voiced and  often disappear entirely; no double consonants can be found. There are other traits, but the  most typical one is the phoneme £ which is softened to a pre-velar unroundend  semi-vowel, [e]; [m, n] at the end of a syllable tend to become [µ]. As far as the lexicon is  concerned, it can be described as one of the most original ones, above all in the sector of  marine ad navigational vocabulary.
     Central Venetan (Padua, Vicenza, the area of the mouth of the Po), which are  characterised by the survival of the once widespread interdental phones, which can still be  heard in rural areas. The second trait is the metaphony of [] and [] due to the presence  of an [i] that follows: metaphony often serves in paradigmatic oppositions such as  singular/plural, cf.:   el mónte, el ségno => i munti, i signi.
     Northern Venetan (Treviso, Feltre, Belluno): it's the boundary with the Ladin and Friulan  areas, and its lexicon is strongly characterized as "alpine", contrasting with coastal  Venetian While Treviso shows the influence of Venice, in rural areas interdental phones  can still be heard; metaphony isn't as common as in the central variety.
     Western Venetan (Verona): historically this area does not belong to the Venet area and  that accounts for the quantity of differences between this province and the rest of Veneto.
     "Colonial" Venetian (according to the definition of the American linguist Bidwell): it has  many internal varieties and is spoken out of the traditional Venetia, such as in Venetia  Julia, in Istria, in Dalmatia and in other Adriatic areas which were dominated by the  Venetian Republic."

  12. Friauler, Synonym für -> Furlaner (Eigenbez. Furláns):
    Siedlungsgebiet, geographische Lokalisierung: Italien, Italien: Udine (Provinz), bis nach Gorizia und Venezia (Provinz)s, Slovenien
    Untergruppe der -> Rätoromanen. Ethnisch 1 Mill; 700 000 in Italien, 300 000 in Übersee [Kloss/McConnell 1989]. nach anderen Angaben [Grulich/Pulte 1975; Kraas-Schneider 1989] 520 000.
    Dialekte [Salvi 1973: 345]: a) Carnico, b) Friulano occidentale, c) Friulano zentrale, d) Friulano meridionale, e) Friulano orientale.
    Eine Gruppe von F. lebt auch in Slovenien [Grimes 1984: 319].
    Von den rätoromanischen Dialekten ist das Furlanische zahlenmäßig mit ca. 500 000 Sprechern in den Provinzen Udine, Gorizia und Trieste, die in die autonome Region 'Friuli-Venezia Guila' eingebunden sind, am stärksten, bei uns im Gegensatz zu dem Bündnerromanischen und Ladinischen weniger bekannt. Das Gebiet Friauls, italien. Friuli, nach der römischen Stadt Forum Julii benannt, liegt im NO Italiens, zwischen Adria und den karnischen Alpen. Als Verkehrssprache hält sich das Friaulische, das mehr Ähnlichkeiten zu dem Ladinischen als zu dem Bündnerromanischen besitzt, im nördlichen und mittleren Teil des Sprachgebietes besser als im Süden. In der Sprache der F. finden sich Elemente des Keltischen, und es gilt als gesichert, daß die Etrusker die Sprache der alten Räter vor der röm. Besetzung beeinflußten. Das Lateinische durchdrang die Sprache des heutigen Friauls seit der Unterwerfung um das 2 Jh. v. Chr. durch die Römer. Im 6. Jh. wurde Friaul zum Herzogtum der Langobarden, ab der Herrschaft Karls des Großen war es eine fränkische Markgrafschaft. Von 1077 an stand Friaul unter dem Patriarchat von Aquileja, ab 1420 kam der W unter venezianischen Einfluß, der O fiel ab 1500 an die Seite der Habsburger. 1797 gelangte das venezianische Friaul in österreichischen Einflußbereich, ab 1866 Anbindung an Italien, die Grafschaft Görz ging erst 1918 an Italien, der von Slowenen bewohnte Ostteil 1947 an ehem. Jugoslawien. Erst nach dem zweiten Weltkrieg erlebte die Sprache der F. durch zahlreiches Erscheinen von schriftsprachlichen Dokumenten (Almanachen, Zeitschriften, Prosa, Theaterstücke, etc.) eine Renaissance, die durch eine gemeinsame Form der Sprache bestärkt wird. Autonome Bestrebungen der F. entwickelte sich durch das Movimento Friuli, das sich für kulturelles Wiederaufleben und die Autonomie seit den 60.er Jahren engagiert. Der wohl berühmteste F. war Pier Paolo Pasolini. Die F. befinden sich heute in zwei gegensätzlichen Prozessen, einerseits der Italienisierung durch die Massenmedien, Erziehung und Modernisierungsprozesse, andererseits in dem anwachsenden Interesse einer intellektuellen Minderheit an den eigenen Traditionen und regionalen Kulturen, Geschichte und der gemeinsamen Landschaft.
    -> Bündnerromanen -> Carnico -> Friulano occidentale -> Friulano zentrale -> Friulano meridionale -> Friulano orientale -> Ladiner -> Resier
    Bibliographie:
    Stephens, Meic: Kapitel 10: Italien-The Friulans, in Stephens, Meic: Linguistic Minorities in Western Europe. Gomer Press, 1976: 479-553
     
  13. Serbokroaten
    Siedlungsgebiet, geographische Lokalisierung: ehem. Jugoslawien, Türkei, Österreich, Ungarn, Italien, Schweden, Türkei, Griechenland, Rumänien, alte BRD
    Dialekte [Voegelin & Voegelin 1977: 312]: a) Cakavisch (Norddalmatien, Adriainseln), b) Kajkavisch (BW-Kroatien), c) Stokavisch, ca) Ostherzegowinisch (Jekavisch), cb) Istrisch Ikavisch (Ikavisch), cc) Kosova-Resava (Ekavisch), cd) Spät Ikavisch (Ikavisch), ce) Rumänisch Serbokroatische Dialekte (Ekavisch), cf) Slawonisch (Ikavisch), cg) Sumadija-Vojvodina (Ekavisch), ch) Zeta-Lovcén (Jekavisch), d) Torlakisch, Synonym für -> Sopisch [Haarmann 1975: 290].
    -> Bosnier -> Bunjewatzen -> Cakavisch -> Dalmatiner -> Ekavisch -> Herzegowinen -> Ikavisch -> Istrisch Ikavisch -> Jekavisch -> Jugoslawen -> Kajkavisch -> Kosova-Resava -> Kroaten -> Montenegriner -> Morlaken -> Ostherzegowinisch -> Rumänisch Serbokroatische Dialekte -> Schokatzen -> Serben -> Slawonisch -> Spät Ikavisch -> Stokavisch -> Sumadija-Vojvodina -> Torlakisch -> Tschitschen -> Zeta-Lovcén
    Bibliographie:
    Vlahovic, Petar: Current theories about the settlement of Slavs in the contemporary Yugoslavian countries and their anthropological confirmation, in: Ethnologia Slavica, IV, 1972: 25-39.
     
  14. a) I soldati di Tito facevano irruzione - spesso di notte - nelle case dei civili inermi, i quali poi venivano caricati su dei camion e, con le mani straziate dal filo di ferro e avvinti tra loro a catena, venivano portati verso l'orlo dell'abisso; una scarica di mitra faceva cadere i primi, che trascinavano con loro tutti gli altri verso il crudele destino. Certi avevano la " fortuna " di morire sull'istante, certi altri - invece - dopo esser precipitati per centinaia di metri, continuavano ad agonizzare, sentendo accrescere in loro l'atroce dolore provocato dagli spuntoni delle rocce; vi erano anche persone che - prima di essere uccise - venivano cinicamente spogliate e seviziate, sono stati ritrovati - infatti - cadaveri di donne stuprate o gravide, alle quali veniva reciso il ventre per estrarre il feto; uomini evirati o castrati, a cui venivano messi i testicoli in bocca; teschi, ai quali erano stati estirpati denti d'oro e cittadini decapitati e con la testa dei quali si improvvisavano partite di pallone tra commilitoni; molti venivano lapidati dopo aver portato sulle spalle le pietre per la loro esecuzione; altri arsi vivi;. innumerevoli erano le modalità di esecuzione delle vittime: " il mondo civile dovrà inorridire quando sarà possibile far luce su tutti gli orrori e i delitti di cui si macchiarono senza giustificato motivo i partigiani jugoslavi. E' vero che torturavano. E' vero che fucilavano senza ragione. Il supplizio di legare i pazienti per le braccia ai pali e tenerli così sospesi per delle ore era all'ordine del giorno. Delle volte le grida di dolore dei torturati facevano impazzire noi poveretti che eravamo obbligati ad assistere al supplizio " ( Antonio Cau, Appuntato della Guardia di Finanza - Maggio 1945 ) . Si tentava con la violenza di capovolgere i date anagrafici della regione, deportando o uccidendo italiani, convogliando sloveni e croati sul luogo e manomettendo le anagrafi, lo stesso metodo che usava la Russia nei paesi baltici.
     
    b)
    Il 23 giugno 1945 Winston Churchill, che è stato il primo a fornire aiuti militari a Tito e che ha fatto paracadutare il proprio figlio Randolph fra i partigiani jugoslavi, scrive a Stalin: << grandi crudeltà sono state commesse in quella zona dagli slavi contro gli italiani, specialmente a Trieste e a Fiume. Le pretese aggressive del maresciallo Tito devono essere stroncate >>. L'orrore delle Foibe, in cui hanno perso la vita migliaia di connazionali, gettati dai soldati titini con un colpo alla nuca ( a volte neanche quello ), è la documentazione di un cumulo di rancori, odi, vendette e rappresaglie su " fascisti ", che la maggior parte delle volte erano soltanto italiani, ai quali bisognava far finalmente pagare la colpa della loro nazionalità.



    Als Kriegsverbrecher, die an den ethnischen Säuberungen in Istrien Hauptbeteiligte waren, wurden bis zuletzt insbesondere der Kroate Ivan Motika (auch genannt der 'Henker von Pisino') und der Kroate Oskar Piskulic (genannt  'Zuti') gesucht. Aber auch Istrianer selbst, wie Mate Stemberga aus Albona/Labin, die mit den einfallenden jugoslawischen Partisanen kollaborierten, waren an den Säuberungen aus privaten, sadistischen Gründen beteiligt. Eine alte Dame aus Albona/Labin-Vines erzählt dazu folgende Geschichte der istrianischen Journalistin Laura Marchig. Aus: 'La Voce del Popolo', August 1990, Istrische Tageszeitung:
    'Nell'intervista concessa alla giornalista de "La Voce del Popolo" Laura Marchig all'inizio di agosto 1990, una donna anziana di Vines così si espresse sullo Stemberga:
    "No ghe mancava niente, el gaveva l'America a Vines. La sua era una famiglia molto ricca, erano possidenti, ma lui, non so perché, odiava i benestanti, i borghesi in genere, odiava tutti, e divenne il carnefice del movimento partigiano. Dicono che sia stato Stemberga il primo a gettare la gente nelle foibe. Ma mica solo nelle foibe: in mare, nelle grotte d'acqua salata vicino a Fianona. Ammazzava la propria gente. Fu lui, a capo di uno squadrone della morte, a raccogliere per le case di Albona parecchie decine di italiani, scelti fra quelli che egli conosceva, tra quelli che appartenevano alla piccola borghesia albonese. Diceva che questi, una volta arrivati i tedeschi, avrebbero potuto collaborare con loro. Li vennero a prendere di notte, li legarono insieme con del filo di ferro e li caricarono su una barca, poi li trasportarono al largo. Lì, a ognuno un colpo in testa e, via, in mare. Mate Stemberga era un criminale, ne ha accoppati tanti, ma tanti! Ha rovinato anche la mia famiglia".'


     
  15. Aus: FF - Südtiroler Illustrierte (19/95) von Riccardo Della Sbarba. Eine Publikation der Gesellschaft für bedrohte Völker. Weiterverbreitung bei Nennung der Quelle erwünscht. Una pubblicazione dell'Associazione per i popoli minacciati. Si prega di citare la fonte.

    I profughi istriani e dalmati - questo in Sudtirolo non lo sa quasi nessuno - furono degli optanti - come i sudtirolesi, ma assai più sfortunati. Sono fuggiti in 350 mila, dopo aver avuto sedicimila morti. Come ai sudtirolesi nel 1939, nel 1947 agli italiani rimasti dentro il confine jugoslavo fu proposta l'"opzione" tra la cittadinanza slava e quella italiana. Chi si dichiarava italiano (e furono i più) veniva immediatamente espulso dal paese - con un decreto che finiva con "Morte al fascismo, libertà al popolo!". I "rimpatriati" potevano portare via solo qualche valigia, mentre sul resto dei loro beni tra Roma e Belgrado si stava tessendo uno sporco affare. Dopo la guerra infatti l'Italia doveva alla Jugoslavia 200 milioni di dollari in danni di guerra. De Gasperi propose allora che la Jugoslavia si ripagasse coi beni dei "rimpatriati" - ci avrebbe pensato poi il governo italiano a rimborsare i profughi. Ma le cose non andarono affatto così. Non accadde subito, accadde dopo il 18 aprile 1948, dopo che De Gasperi ebbe vinto le elezioni - e le vinse anche grazie ai racconti che i profughi facevano in giro per l'Italia sulla "barbaria comunista". Fu dopo le elezioni che si cominciò a parlare dei rimborsi. Ma per averli il governo italiano scoprì d'un tratto che occorreva ad ogni esule un attestato jugoslavo di confisca dei beni: chi poteva averci pensato, nei giorni drammatici dell'esodo? La delusione fu enorme: loro, che erano fuggiti per poter restare italiani, venivano ora traditi dalla loro stessa patria. Cominciarono a chiedere disperatamente documenti a consolati e ambasciate, mostrarono foto di cimiteri con le tombe di famiglia, tentarono cause in tribunale. Il poco che fu riconosciuto arrivò dopo molti anni, e a rate. In questo clima, a metà degli anni '60, si fece vivo anche l'esercito: qualcuno al Ministero si era ricordato delle famiglie di esuli ospitate nella caserma di Laives tra il '48 ed il '54. E ora, dieci anni dopo, chiedeva gli arretrati dell'affitto. L'ultima beffa.
     
  16. Matteo Giulio Bartoli, Sprachforscher geboren am 22.11.1873 in Albona, Liburnien, gestorben am 23.1.1946 in Torino. Dialektforscher, Mithg. des 'Archivio glottologico italiano' und Mitbegründer des 'Atlante linguistico italiano'.

 

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